Vokalensemble Gaienhofen e.V.

 

Carl Orff - Carmina Burana Open Air

Liebe Freunde des Vokalensembles Gaienhofen,

auf Grund der aktuellen Corona-Pandemie sehen wir uns leider gezwungen, die Konzerte am 25. und 26.07.2020 abzusagen. Zum einen ist es jetzt schon absehbar, dass uns die verbleibende Probenzeit für ein, unseren  Qualitätsansprüchen genügendes Ergebnis, nicht ausreichen wird, zum anderen müssten wir ein hohes finanzielles Risiko eingehen, wenn wir an den Planungen festhalten würden. 

Die gute Nachricht: Wir haben bereits Ersatztermine gefunden. Die beiden Konzerte werden am 24. und 25.07.2021 in ähnlichem Rahmen stattfinden.  


Ihr Vokalensemble Gaienhofen
Der Vorstand


Kulturelles Großereignis für die Region

2020 jährt sich die Kooperation „Schule-Verein“ zwischen Vokalensemble Gaienhofen und der Schule Schloss Gaienhofen zum 25. Mal. Aus diesem Anlass veranstalten beide – VEG und Schule – ein großes open air Konzert: die Carmina Burana, aufgeführt am 25. und 26. Juli 2020 um 20.00 Uhr im „Schlossgraben“. 

 


Siegfried Schmidgall und seine Ensembles haben sich ein ungewöhnliches, attraktives Programm ausgedacht. 

 


Das Leitmotiv für den Vorpausenteil mit den Kantoreien der Ev. Schule Schloss Gaienhofen und dem Auenwald-Brass-Ensemble heißt: „der Schlossgraben rockt“ – hier wird deutlich: Lebensfreude und Musik sind heute wie im Mittelalter eng verbunden: Spätestens ‘Oh Fortuna’ aus Carl Orffs „Carmina Burana“ kennt eigentlich jeder Metal-Fan, denn die Zahl der Bands, die es coverten, sampelten oder sonstwie einsetzten, ist kaum zu übersehen. 
Carl Orff, der Komponist des wohl „metallischsten Stücks der Klassik“ feiert 2020 seinen 125. Geburtstag und im zweiten Konzert-Teil feiert Carl Orffs szenische Kantate „Carmina Burana“, mit ihrer unmittelbaren und überbordenden Kraft die irdischen Freuden und den Wechsel der Jahreszeiten. Musiziert wird die „Ode an das Leben in all seiner Vergänglichkeit“ in der Fassung für symphonisches Blasorchester, Klavier und Schlagwerk. 
Um die Komposition in all ihrer Intensität erklingen zu lassen, singen 220 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im großen Chor begleitet von insgesamt 40 Instrumentalisten: Holz- und Blechbläsern, Klavier, Kontrabass und 5 Schlagwerkern. 
Orffs Musik reflektiert das Glücksrad des Lebens und besticht durch ihre unglaubliche Vitalität. Hier verbinden sich melodische Einfachheit und orchestrale Raffinesse. Die Instrumentation ist schlagkräftig, raffiniert, farbig und suggestiv, gesungen wird in Latein, Altfranzösisch und Mittelhochdeutsch. Zischende Konsonanten und schnelle Texte in verschiedenen Sprachen sind für den Chor eine besondere Herausforderung und rhythmisch ebenso wirkungsvoll angelegt wie die Partitur für die aufwändige Becken-, Tamtam- und Trommelabteilung im Orchester.


Die „Carmina Burana“ haben keine Handlung im eigentlichen Sinn, es gibt keine Individuen, sondern Typen, die ihre Rolle spielen. Und dennoch haben die Lebenslust, Erfahrungen, Sehnsüchte und Sorgen der mittelalterlichen Mädchen und Burschen, der Liebenden und Abenteurer, der Spieler und Trinker auch heute noch ihre Gültigkeit. Eine Klammer bildet der kraftvolle Chor „O Fortuna“, der zeigt, wie sehr der Mensch dem „Rad des Schicksals“ ausgeliefert ist. 
Wenn wir den Zauber in den Texten der "Carmina Burana" suchen, darf die Erotik nicht fehlen. Versteht man den Text, wird man von den manchmal sehr feinen, manchmal sehr derben Versen über Liebesfreud und Liebesleid in Bann gezogen. Jeder weiß, dass auch bei diesem Thema Fortuna ihre Finger im Spiel hat. Und wenn Orff dann den Worten "Dulcissime! totam tibi subdo me!" - "Du Süßester! Ich ergebe mich dir ganz!" ein Sopransolo widmet, so ist kein Wort zuviel und alles gesagt: eine hinreißende Partie für Julia Küsswetter. 
Für heitere Akzente sind in Orffs Werk die männlichen Solisten zuständig: Joaquín Asiáin, der Tenorsolist, übernimmt die stimmlich herausfordernde Klage des in der Pfanne brutzelnden Schwanes und Bariton Tibor Brouwer gibt in der Taverne den Abt von Kukanien.

Der Untertitel der "Carmina Burana" lautet vollständig: "Cantiones profanae cantoribus et choris cantandae comitantibus instrumentis atque imaginibus magicis", "weltliche Gesänge für Soli, Chor, Instrumente und magische Bilder". Orff war auf der Suche nach einem Gesamtkunstwerk, das an die Wurzeln der Musik geht, an die Wurzeln der Sprache, der Kultur und des persönlichen Erlebens. Musik, Sprache und Kultur hat er großmeisterlich in seine "Gesänge" hineingenommen, das persönliche Erleben ist Sache des Einzelnen. Jeder hat seine eigenen Bilder, Emotionen und Assoziationen. 
Lassen Sie sich im Licht des nächtlichen Schlossgraben vom Gaukler und seiner Truppe ins Mittelalter entführen. Lassen Sie sich von den "magischen Bildern" die Fortuna, Amor, Blanziflor und Helena in Ihnen hervorrufen, verzaubern... und von Carl Orff, dem „Musicus Magicus“!